Pauschalreiserecht

Hoteliers werden nach dem neuen Reiserecht sehr viel schneller ungewollt zum Reiseveranstalter, also zum Anbieter und Vertragspartner einer Pauschalreise. Daher gilt es sich jetzt mit den neuen Rechtsvorschriften vertraut zu machen.

Ab dem 01.07.2018 gilt das neue Reiserecht. Maßgeblich für die Beantwortung der Frage, ob altes oder neues Recht Anwendung findet, ist der Zeitpunkt der Buchung, also des Vertragsabschlusses. Wird ein Vertrag bis zum 30.6.2018 24 Uhr abgeschlossen, gilt altes Recht, danach neues Recht.

Das Reiserecht ist deutlich komplizierter geworden und auf die Hotellerie kommen neue rechtliche Verpflichtungen infolge der Gesetzesänderung zu. Sofern Hotels mehrere Leistungen in einem „Paket“ anbieten, können sie unter bestimmten Voraussetzungen als Reiseveranstalter angesehen werden. Sie können aber auch Vermittler verbundener Reiseleistungen sein, wenn zu der Übernachtung noch die Vermittlung einer Reiseleistung eines oder mehrerer Drittanbieter hinzukommt, zum Beispiel wenn der Gast über eine Hotelhomepage eine Übernachtung bucht und zusammen mit der Buchungsbestätigung einen Link zur Bergbahngesellschaft erhält mit einem Angebot, einen Skipass vorab online zu kaufen.

Das bedeutet im Klartext, dass auch der Hotelier, der zwar keine Pauschalangebote vermarktet, aber neben der eigenen Leistung fremde Leistungen anbietet oder vermittelt, vom neuen Reiserecht betroffen ist. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der Hotelier in der Kommunikation mit dem Gast Begriffe wie „Pauschalreise“, „Pauschale“, „Package“ oder „Arrangement“ verwendet.

Allein durch diese Bezeichnung wird das Angebot rechtlich zur Pauschalreise und der Hotelier wird unvermeidlich zum Reiseveranstalter. Erfüllt ein Hotelangebot die Voraussetzungen für eine Pauschalreise, so treffen den Hotelier verschiedene Pflichten, z. B. Haftung bei Reisemängeln, vorvertragliche Informationspflichten inkl. Aushändigung eines Formblatts an den Reisenden und  Abschluss einer Insolvenzversicherung mit Übermittlung eines Sicherungsscheines, sofern der Hotelier Zahlungen des Gastes auf den Reisepreis vor Beendigung der Pauschalreise annimmt.

RVM, der Versicherungspartner des DEHOGA Baden-Württemberg, hält zur Umsetzung des neuen Reiserechts für DEHOGA-Mitgliedshoteliers eine kostengünstige Versicherungslösung auf Basis des absicherungspflichtigen Vorjahresumsatzes bereit. Die Beantragung erfolgt in wenigen Schritten per Antragsformular an die R+V. Die entsprechenden PDF Formulare können Sie herunterladen, abspeichern und direkt an die R+V versenden.

Aufgrund von Corona und anstehenden Veränderungen im Reiserecht wird das Produkt überarbeitet. Neuabschlüsse sind derzeit nicht möglich!

Antragsformulare:
> Antrag zu einer R+V-Kautionsversicherung für Reise
   - Umsatz kleiner 1 Mio. (PDF)

> Antrag zu einer R+V-Kautionsversicherung für Reise
   - Umsatz über 1 Mio. (PDF)

Im DEHOGA-Magazin, Ausgaben April und Mai, finden Sie Details zur Änderung des Reiserechts.
Die Auszüge aus den Magazinen finden Sie hier zum Download als PDF:

> DEHOGA Magazin April 2018

> DEHOGA Magazin Mai 2018

 

Kontakt

Björn Krasovc
Tel. +49 7121 923-1255
Fax +49 7121 923-1200
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