Rückblick: RVM Forum vom 21.10.2010

25 Jahre RVM! Gefeiert in einer Veranstaltungstriologie mit hoch karätigen Referenten fand ihren Abschluss am 21. Oktober 2010 mit dem Vortrag von Professor Norbert Walter, dem ehemaligen Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Der Titel des Vortrags von Professor Walter „Europa und der Euro – Scheidungskandidaten oder Traumpaar?“ hätte zeitlich nicht besser gewählt sein können und war ein eindrucksvolles Plädoyer für den Euro und den europäischen Gedanken.

Wieder fanden rund 400 Gäste den Weg nach Eningen in die Arbachtalstraße. Beeindruckt und angetan von dieser überragenden Resonanz und den vielen positiven Rückmeldungen der Gäste kündigte Rainer Schiefelbein, auch im Namen seiner Partner Erich Burth und Michael Friebe, schon in der Begrüßung eine Fortführung der RVM-Foren über das Jubiläumsjahr hinaus an.

Alle Vorträge dieser Reihe waren einzigartig und fesselnd zugleich. Die Referenten betrachteten mit ihren Themen unsere Gesellschaft und das Unternehmertum aus drei ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Ein Aspekt zog sich jedoch wie ein roter Faden durch alle Veranstaltungen - und das ist zugleich auch die Brücke zur Arbeit von RVM: Die Leidenschaft!

An Leidenschaft, Begeisterung und Selbstbewusstsein in Bezug auf die europäische Währung war Professor Walter kaum zu überbieten. Bereits auf seiner zweiten Folie stellte Professor Walter fest, dass der Euro für die Deutschen noch immer kein Herzensanliegen sei und es außerdem an der Identifikation mit dieser bedeutenden Währung fehle. Völlig zu Unrecht, wie er im Verlauf seines Vortrages an vielen Beispielen aufzeigte: Ob dies der Hinweis war, dass der Euro das am meisten verwendete Bargeld ist oder dass fast ebenso viele Anleihen in Euro wie in Dollar notieren … .

In den rund 90 Minuten des Vortrages führte der Referent bisweilen provokant und scharfzüngig durch die Welt der Hochfinanz. Aussagen wie „Der Euro wird für den Dollar das, was Airbus heute schon für Boeing ist“ oder "Nur die Engländer glauben noch an die Wirkungskraft des Commonwealth, sie sind längst Schmarotzer des Binnenmarktes" sind nur zwei Beispiele dafür.

Professor Walter machte deutlich, dass man in der Währungsunion den Ernst der Lage (Stichworte sind Griechenland, Irland, Spanien und Italien) erkannt und entsprechende Sanierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht hat. Er bescheinigte den Akteuren der europäischen Zentralbank den Weitblick und Willen, die Themen zu erkennen und anschließend auch konsequent umzusetzen.

„Ein Griechenland macht keinen Winter!“ oder „Ein unsolides Saarland, ja selbst eine unsolide Finanzierung der Deutschen Einigung haben es nicht geschafft, Deutschland und die D-Mark zu versenken“ waren nur einige seiner Schlagworte und Vergleiche, mit denen es ihm auf beeindruckende Weise gelang, den Blickwinkel der RVM-Gäste zu erweitern.

Wie schon bei den beiden Veranstaltungen zuvor waren die RVM-Gäste (trotz ihrer überwiegend schwäbischen Herkunft) nicht geizig mit Fragen an den Referenten, so dass es zu einer lebhaften Diskussion über die möglichen Gefahren einer Inflation oder über interessante Anlagemöglichkeiten in der schwierigen Kapitalmarktsituation kam.

Professor Walter hatte insofern einen anstrengenden Abend, als für ihn nach dem Vortrag und der Diskussion noch eine andere Aufgabe wartete: Die Geschäftsführung von RVM hatte kurzer Hand den Gesamtbestand seiner mit gebrachten Bücher aufgekauft, so dass diese – mit einer entsprechenden Widmung versehen – an alle Gäste von RVM verteilt werden konnten.

Wie gewohnt fand der Ausklang in entspannter Atmosphäre beim Buffet mit guten Gesprächen statt. „Ich war jetzt bei allen drei Veranstaltungen dabei und alle waren klasse – jede auf ihre ganz spezielle Art. Euch ist da ein richtiger Unternehmertreff gelungen. Ich bin auch 2011 gerne wieder dabei“, gab ein Teilnehmer als Feedback. Ein schönes Kompliment, wie wir denken.

Herzlichen Dank an alle BesucherInnen unserer Foren im Jubiläumsjahr. Es hat uns viel Freude bereitet, für Sie Gastgeber gewesen zu sein!