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Kategorie: Wichtig zu wissen!

2020
16. Sep.

Insolvenzen infolge Corona

Experten erwarten eine Flut von Insolvenzen. Offen sei nur, ob sie im Herbst 2020 oder erst 2021 kommt. Wieso? Die Bundesregierung hat die Antragspflicht zur Insolvenzantragstellung bis Ende September ausgesetzt. Viele Unternehmen, die es nicht durch die Krise schaffen, werden daher erst im Herbst/Winter 2020 Schlagzeilen machen.

Insolvenzen der vergangenen Jahre
Wie sahen die Insolvenzzahlen in den letzten Jahren aus? In Zeiten eines stabilen konjunkturellen Umfeldes sind die Stückzahlen meist rückläufig. 2019 gab es deutschlandweit circa 20.000 Fälle. Nahezu ein Tiefpunkt in der Historie, vor allem wenn man den Verlauf seit der letzten Krise 2008/2009 ansieht. In Deutschland hatten wir damals 40.000 insolvente Firmen, darunter Namen wie Schiesser, Märklin, Karstadt, Quelle, Hertie, Escada.

Die aktuelle Situation
Zu Beginn der Krise traf es Karstadt Kaufhof, die Restaurantketten Vapiano und Maredo, Esprit und Hallhuber aus dem Modesektor. Das war erst der Anfang, der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet allein im Einzelhandel mit bis zu 50.000 zahlungsunfähigen Unternehmen. Im Tourismus und der Luftfahrtbranche sind die Einnahmen zunächst komplett weggebrochen. Auch das Gastgewerbe, Messebetreiber, Kinos und die Kulturbranche dürften stark von Insolvenzen betroffen sein. Bei den Automobilzulieferern gab es schon vor der Krise viele „Zombie-Unternehmen“, also Gesellschaften, die es gar nicht mehr geben dürfte. Günstige Zinsen halten diese über Wasser. Spätestens seit der verstärkten Ausrichtung der Automobil-Konzerne auf die E-Mobilität stehen viele vor der Existenzfrage.

Forderungsausfälle infolge der Corona-Krise
Weltweit erleben wir derzeit die größten wirtschaftlichen Einschnitte seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie wird unsere Wirtschaft anschließend aussehen? Mit der Vielzahl der Insolvenzen und den etlichen Milliarden Euro, welche die zahlungsunfähigen Gesellschaften nicht mehr an ihre Lieferanten bezahlen können, erleiden viele Unternehmen in der Lieferkette Forderungsausfälle. Kredit-Versicherungsgesellschaften kommt hier eine besondere Rolle zu. Sie stehen für unbezahlte Rechnungen ein und entschädigen die Lieferanten, die aufgrund der Zahlungsunfähigkeit ihrer Abnehmer nicht mehr an die vertraglich geschuldete Zahlung kommen. Das Volumen der Lieferantenkredite ist in den letzten Jahren stark gestiegen und mit rund 400 Mrd. EUR schon längst höher als die kurzfristigen Kredite der Hausbanken. Die Kredit-Versicherer sind daher wichtige Player im Markt. Stehen sie mit der Absicherung der Lieferantenkredite in der Breite nicht mehr zur Verfügung, können Liefererketten schnell ins Stocken geraten. Die Bundesregierung hat aus diesem Grund einen Rettungsschirm für die Absicherung der Lieferantenkredite gespannt. Insgesamt werden 30 Mrd. EUR für die Entschädigung von Forderungsausfällen zur Verfügung gestellt. Kreditversicherten Unternehmen soll die Grundlage ihrer Police, nämlich die Bereitstellung von Deckungsschutz für die Risiken, nicht entzogen werden. Die Versicherer müssen ihrer Verpflichtung als verlässlicher Risikoträger nachkommen. Wird in diesem Jahr die Gesamtschadensumme von 500 Mio. EUR überschritten, springt der deutsche Staat ein.

Absicherung von Zahlungsausfällen
Deckungen für die Absicherung von Zahlungsausfällen sind noch verfügbar. Mit Blick auf Herbst/Winter 2020 ist es noch nicht zu spät, über eine Absicherungslösung für einen möglichen Forderungsausfall nachzudenken.  Das Risiko, auf unbezahlten Rechnungen sitzen zu bleiben, war nie höher.
So könnte Ihre Versicherungslösung aussehen:

  • Forderungen bis 20.000 EUR: Durch Selbstprüfung versicherbar (bisher positive Zahlungserfahrung)
  • Forderungen über 20.000 EUR: Nach Vergabe einer Versicherungssumme versichert

Bei einem versicherbaren Vorjahresumsatz von beispielsweise 5 Mio. EUR liegt der Prämiensatz bei circa 0,17 %, die Prämie somit bei 8.500,00 EUR zzgl. 19 % Versicherungsteuer pro Jahr. Im Schadenfall, bei Insolvenz oder Zahlungsverzug beträgt die Entschädigungsleistung 90 % der Forderung (ohne MwSt.). Alternativ zu einem Rahmenvertrag, bei dem alle Forderungen versichert werden, existieren auch gezielte Absicherungslösungen für einzelne Kunden. Gerne prüfen wir die individuellen Möglichkeiten für Ihr Unternehmen. Senden Sie uns bitte eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten an creditmanagement@rvm.de.

Ihr Ansprechpartner:
Björn Krasovc
Tel. +49 7121 923-1255
krasovc@rvm.de