Wichtig zu wissen!

Kategorie: Vorsorgemanagement

2016
22. Apr.

Pensionslasten steigen - Bundeskabinett beschliesst Entlastung!

Unternehmen haben für Pensionszusagen an Ihre Mitarbeiter Rückstellungen in der Steuer- und in der Handelsbilanz zu bilden. In der Steuerbilanz sind nach wie vor – unabhängig vom aktuellen Marktzins – die Rentenzahlungen mit einem Zinssatz von sechs Prozent p.a. abzuzinsen.

Für die Handelsbilanz gelten seit Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) im Jahr 2010 marktnahe Zinssätze, die jährlich von der Bundesbank ermittelt werden. Die Abzinsung erfolgt auf der Grundlage des durchschnittlichen Zinssatzes der vergangenen 7 Jahre.

Bedingt durch das sinkende Zinsniveau der letzten Jahre sank auch der Durchschnittszins immer weiter ab. Das hat zur Folge, dass die Ver-pflichtungen aus den Versorgungszusagen der Unternehmen sprunghaft angestiegen sind. Höhere Pensionsrückstellungen beeinflussen wichtige Unternehmenskennzahlen. Die Bundesregierung prüfte Möglichkeiten, Unternehmen mit Pensionsrückstellungen im Hinblick auf die Zinsbelastungen zu entlasten.

Dazu wurde vom Bundeskabinett am 27.01.2016 ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, das bereits am 18.02.2016 vom Bundestag verabschiedet und nun am 26.02.2016 auch vom Bundesrat gebilligt wurde. Danach wird für die Ermittlung des handelsrechtlichen Rechnungszinses nicht mehr ein 7-jähriger Durchschnitt von Marktzinssätzen sondern ein 10-jähriger Zinsdurchschnitt zugrunde gelegt.

Diese Neuregelung gilt nur für Altersversorgungsverpflichtungen und wird für Geschäftsjahre anzuwenden sein, die nach dem 31.12.2015 enden. Für den Bilanzstichtag 31.12.2015 gibt es ein Wahlrecht bezüglich der Anwendung der Neuregelung.

Für Unternehmen sind dadurch deutliche Entlastungen zu erwarten, da die Höhe der Rückstellungen bei steigenden Zinsen deutlich sinkt. Allerdings unterliegt der Unterschiedsbetrag, der sich zwischen der 7- und 10-jährigen Durchschnittszinsbetrachtung für die Zinsermittlung ergibt, einer Ausschüttungssperre und ist im Anhang der Bilanz anzugeben.

Ihr Ansprechpartner:
Josef Maier
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